5 comments on “Der neue Schauspieler

  1. … das Smartphone als virtuelle Persönlichkeit? Oder eher als ausführendes Organ des virtuellen Organismus zwischen blog, facebook, twitter, e-mail, what’s app und was ich noch nicht kenne. Die neuen sozialen Rollen sind nicht zu verleugnen. Unversehents rutscht mensch in sie hinein. Auch ich. Bewerten möchte ich diese Entwicklung nicht. Ich glaube, jede&r hat die Chance seine neue soziale Rolle zu finden. Und seine Medien der Wahl zu nutzen.

    • Ich würde der neuen sozialen Rolle beides zuschreiben. Sie sowohl virtuelle Persönlichkeit wie auch ausführender virtueller Organismus.
      Diese Rolle kann sowohl positiv wie auch negativ bewertet werden. Die virtuelle Persönlichkeit kann für manche eine große Ressource darstellen, wie z. B. Eine misshandelte Frau, die sich über digitale Medien (vorausgesetzt das Angebot ist vorhanden) jemandem anvertrauen kann aber ihre Persönlichkeit trotzdem mit digitalen Medien schützen kann. Anonym bleiben, das selbst schützen und dennoch Hilfe erfahren kann eine Resilienz vom eigenen Trauma sein.
      Aus der anderen Seite steht das Individuum das genau diese Anonymität nutzt um gegen Andere gewaltsam vorzugehen.
      Es bleibt immer am Individuum jede „Aussage“ über digitale Medien kritisch zu betrachten und zu bewerten, um diese dann in der eigenen Wahrnehmung analysieren und reflektieren zu können.

      Vielen Dank für deinen Kommentar, der neues „geistiges Futter“ gegeben hat – und natürlich für die geschlechtsgerechte Sprache auch wenn das GenderPlus noch nicht ganz vollständig ist 😉
      Vielleicht wird es mal einen blog darüber geben mit dem Gender Font.

  2. Die Beobachtungen von Sennet scheinen mir heute zuzutreffen. Es hat im öffentlichen Netz prinzipiell jede/r die Möglichkeit, aus einer konsumierenden Position herauszutreten, wenn man den Digital Divide vernachlässigt. Wenngleich in geschützten Räumen viel kommuniziert wird, etwa in geschlossenen What’s-App-Gruppen oder nur „Freunden“ zugänglichen Kommentaren auf Facebook, nutzt das Potenzial zum Gestalten aber nur eine Minderheit.

    Ob das Smartphone als eigener Akteur gesehen werden kann oder bloß den DarstellerInnen erweiterte Möglichkeiten gibt, auf die „Bühne Netz“ zu treten (Stichwort Ubiquität), da bin ich mir nicht sicher.

    • Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich glaube ich würde das Individuum als Gestaltungskünstle&nnen eher aus der Sicht von Goffmann sehen, der jede interaktion als ein Spiel zwischen Schauspiele&nnen und Publikum betrachtet hat. So würde m.E. auch in einer geschlossenen Whatsapp Gruppe durch die Kommunikation jede& Schauspiele&nnen und Publikum zugleich darstellen. Das Individuum präsentieret sich/ gestaltet sich mit einem Profilbild oder einer Statusmeldung in der geschlossenen Gruppe, während die Anderen dieser Präsentation als Publikum folgen. Bei der Ausführung von Sennet und dem Darstellungskünstle&nnen denke ich geht es vielmehr um die Präsentation der eigenen sozialen Rolle in der Interaktion.

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